Dienstag, 16.07.2019

Endlich ist Sommer! Doch die Sonne hat auch ihre Schattenseiten!

Kennen Sie die drei Säulen des effektiven Sonnenschutzes?

In diesem Jahr haben wir schon im langen verregneten Mai sehnsüchtig auf die Sonne gewartet. Die Badetasche ist gepackt und der Grill steht in den Startlöchern. Die Sonne macht uns gut gelaunt und entspannt, sie fördert unser Wohlbefinden und ist lebenswichtig für uns. Neben vielen anderen Prozessen im Körper wird auch Vitamin D zu 90% durch Sonneneinstrahlung gebildet.

Dies ist Grund genug für uns, jeden Sonnenstrahl - im Alltag und in der Freizeit - zu genießen.

Leider wird bei allen positiven Eigenschaften der Sonne oft nicht an den richtigen Sonnenschutz gedacht!

Viele Menschen benutzen Lichtschutzprodukte nur im Urlaub und vergessen dabei, dass Sonnenschutz ein ganzjähriges Thema ist.

Auch bei niedrigen Temperaturen kann die Sonne gefährlich werden – zum Beispiel im Winter beim Skifahren oder im Herbst beim Wandern im Gebirge. Der Einfluss der Höhensonne wird oft unterschätzt: Mit ansteigender Höhe nimmt die UV-Strahlung zu. Durch indirekte Bestrahlung aufgrund Reflexion der Sonnenstrahlen im Schnee, die selbst bei leichter Bewölkung noch hoch ausfallen kann, wird die UV-Exposition zusätzlich verstärkt. Dies gilt auch gerade im Sommer am Wasser (Meer/Freibad), wo es ebenfalls zu einer Steigerung  der UV-Intensität kommt.

 

Denn die Sonne hat auch ihre Schattenseiten:

  • Auf bereits erfolgte Schädigungen reagiert unsere Haut mit dem Aufbau eines Eigenschutzes: die Haut wird braun und die so genannte Lichtschwiele (Schutzschild) bildet sich. Gebräunte Haut ist kein Zeichen von Gesundheit und Fitness, sondern ein Abwehrsignal unserer Haut auf zu viel Sonneneinstrahlung.
  • Schädigungen durch Sonnenstrahlen an den Augen sind schmerzhafte Binde- und Hornhautentzündungen. Grauer Star wird gefördert.
  • Durch UV-Strahlung wird das Immunsystem geschwächt, da durch Einwirkung von UV-Strahlung die Immunantwort - also die Reaktion des Immunsystems auf Organismen oder Substanzen, die es als fremd erkannt hat - unterdrückt wird. Wir werden Infekt anfälliger. Oft entsteht eine Gürtelrose nach einem ausgiebigen Sonnenbad.
  • Akute und sichtbare Schädigungen der Haut sind Sonnenbrände, Sonnenallergien und fototoxische Reaktionen.
  • Chronische Schädigungen der Haut äußern sich in Hyperpigmentierungen (Pigmentflecken), vorzeitiger Hautalterung, Falten und schlimmstenfalls Hautkrebs.
  • Insbesondere Babys und Kleinkinder unter 3 Jahren sollten niemals dem direkten Sonnenlicht ausgesetzt werden!

 

Die drei Säulen des effektiven Sonnenschutzes:

1. Die richtige Produktwahl

Verwenden Sie ausschließlich LSF 50.

Lassen Sie sich bei Ihrer Dermatologin / Ihrem Dermatologen oder in der Apotheke beraten.

Es gibt Cremes (bei trockener Haut), Lotionen und Fluides (bei fettiger Haut), spezielle Mittel bei Sonnenallergie, für den Sport, Sprays und Sticks. Es gibt Puder und getönte Produkte.

Unterschieden wird zwischen physikalischen und chemischen Filtern.

Es gibt für jeden Hauttyp den richtigen Sonnenschutz, das ist wie bei der perfekten Jeans: Investieren Sie einmal Zeit in die Suche, Sie werden es nicht bereuen!

Wer seinen Hauttyp kennt, wird auch in Drogeriemärkten fündig. Die Angebotspalette ist dort mittlerweile sehr vielfältig.

2. Die ausreichende Produktmenge

Faustregel: 1 Teelöffel für Gesicht und Hals, 3 Esslöffel für den restlichen Körper.

Bei Erwachsenen sind das 30 – 40 Milliliter.

3. Korrekte Anwendung

Um richtig zu wirken, muss der Sonnenschutz mit Lichtschutzfaktor etwa 30 Minuten vor der Sonnenbestrahlung aufgetragen werden. Auch an den Partien, über die Sie Ihre Kleidung anziehen, also am gesamten Körper. Wiederholen Sie den Vorgang nach jedem Baden, Schwimmen, Schwitzen und Abtrocknen. Auch wenn Sie einen „wasserfesten“ Lichtschutz verwenden.

Das heißt: Bei richtiger Anwendung verbraucht man an einem Badetag eine gesamte Tube!

Der beste Schutz vor UV-Strahlung ist das Tragen von Kleidung. Verwenden Sie daher auch textilen Schutz, es gibt sogar spezielle Sonnenkleidung. Tragen Sie einen Hut oder ein Cap und vergessen Sie die Sonnenbrille nicht.

Das können Sie selbst tun:

  • Reduzieren Sie die Anzahl der Sonnenbäder auf so wenige wie möglich.
  • Geben Sie Ihrer Haut Zeit, sich langsam an die Sonne zu gewöhnen.
  • Säuglinge und Kleinkinder gehören nicht in die direkte Sonne. Kinder sollen bei starker Sonneneinstrahlung hautbedeckende Kleidung tragen.
  • Achten Sie auch schon im März und April auf ausreichenden Sonnenschutz. In den letzten Jahren führten die Niedrig-Ozon-Werte bereits im Frühjahr zu einer hohen UV-Bestrahlungsstärke.
  • Gehen Sie nicht ins Solarium. Das Risiko, an Hautkrebs zu erkranken, ist nämlich genau so hoch wie in der natürlichen Sonne.
  • Gehen Sie regelmäßig zur Hautkrebsvorsorge.

(Dieser Text wurde verfasst von Chefärztin, Frau Dr. med. Clarissa Allmacher)

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